isso/undso/bratkartoffel
Samstag, 31. März 2012
Ein ganz kleiner Einblick in die Berliner Seele (re-post)
Scheiß Wetter, Scheiß Fahrradfahrer, Scheiß Stadt!
Ich denke mal, das sind Phrasen, die jeder schon mal ausgesprochen hat – insbesondere wenn er ein Berliner ist: Die berühmte Berliner Schnauze.
Ein echter Berliner hat eine große Klappe und findet erst mal alles Neue schlecht und verweigert jeden Respekt.
Irgendwie mag der Berliner nichts Fremdes, aber das Fremde liebt Berlin: Stichwort „Schwaben“. Ein großes Thema in der Stadt, obwohl sich die Kampfzone mehr oder weniger nur auf den Prenzlauer Berg beschränkt, die Abneigung doch aber viel größer erscheint. Die Berliner haben Angst, dass eine kleine Gruppe mit innerdeutschem Migrationshintergund, die Stadt mehr und mehr umkrempelt und ihren Bedürfnissen nach Maultaschen, Spätzle und Kinderwagenabstellplätzen anpasst. Irgendwie Grotesk, denn wie kann man in eine der coolsten Städte Europas ziehen und dann versuchen, sie zu gentrifizieren und zu provinzialisieren?
Da hat wohl jemand die Rechnung ohne die die Ur-Berliner gemacht! Berlin bleibt hart, aber auch offen: Wenn du dich zu dieser Stadt bekennst, dann mag sie dich auch – alles andere wird angegriffen.
Der Berliner hat es also nicht besonders einfach in seiner Haut. Ständig muss er sich gegen ungewollte Einflüsse wehren, welche er dann aber früher oder später doch irgendwie akzeptieren muss. Aber dieser gewisse Reaktionismus macht uns doch auch liebenswert.
Es lebe der Lokalpatriotismus! Auch wenn die Straßen mit Hundescheiße gepflastert sind oder man in Geschäften genervt empfangen wird, weil man die Angestellten von der Pause abhält. Ick liebe dir, Berlin!
Auch Berliner untereinander haben es teilweise nicht einfach miteinander: Ost s. West, Charlottenburg vs. Friedrichshain, Grunewald vs. Hohenschönhausen, Kreuzberg vs. Wedding oder Fahrrad- vs. Autofahrer usw.
Und selbst das Wetter hat im Berliner einen großen Kritiker gefunden. Sobald im Sommer die Temperatur für ein oder zwei Wochen über 30 Grad steigt, fängt das große Stöhnen und jammern an, diese Stimmung hält kontinuierlich an, bis die Temperaturen Minuswerte erreichen – die unendliche Schleife der Unzufriedenheit.
Aber ohne Kritik oder eher Meckern funktioniert ja im Rest der Welt auch nichts – denkt man zumindest: Denn der gewisse Hass gegenüber der Unfähigkeit der Verkehrsbetriebe, der Behörden oder des zu langsamen Fast-Food-Verkäufers scheint nicht so, als würde er eine Entwicklung zum Positiven fördern. Das wäre aber auch egal, denn nur wer kritisieren kann ist auch frei. Stell dir mal vor, du müsstest einfach alles was um dich herum passiert kommentarlos akzeptieren? Also weiter so!
Na klar, hin und wieder nervt die Berliner Seele schon an, aber sie ist doch nur bemüht das Schöne an ihrer Heimat zu bewahren.
Eigentlich sind wir doch ganz lieb. Wir bellen doch nur, beißen ist doch eh nicht so unser Ding. Wir wollen doch nur weiterhin unsere niedrigen Mieten, die preiswerten Restaurants und die top Clubszene genießen, passen dabei aber auf, dass der Kommerz in unseren selbstkreierten Nischen keinen Einzug hält und falls doch, dann machen wir es wie Peter Fox: „Alles neu“!
Montag, 19. März 2012
Donnerstag, 24. November 2011
Wir wollen euch hier nicht!
"Erst wenn die letzte Eigentumswohnung gebaut, der letzte Klub abgerissen, der letzte Freiraum zerstört ist, werdet ihr feststellen, dass der Prenzlauer Berg die Kleinstadt geworden ist, aus der Ihr mal geflohen seid."
P.T. (2011)
Dienstag, 22. November 2011
MBLN¹¹ Interview-Reihe
MBLN¹¹
Berlin Interviews. Ein Projekt von Sven Vollbrecht.
Berlin Interviews. Ein Projekt von Sven Vollbrecht.
Wer ist Berlin?
Berlin zeigt sein Gesicht in einer Interviewreihe. Einmal pro Woche werden vom Autor Interviews hochgeladen, die im Laufe der Woche entstanden sind. Menschen, die entschieden für ihre Sache leben, welche auch immer, werden von Sven Vollbrecht zum Interview eingeladen. Eines verbindet sie alle: Sie leben in Berlin.
Es sind die wesentlichen Fragen des Lebens, die den Autor für sein Berlin-Porträt interessieren: Was hat die Menschen zu dem, was sie machen, bewegt? Welche Frage stellt sich in ihrem Leben immer wieder? Und wie reagieren Familie und Freunde auf ihre Entscheidung?
Es geht um das Hier und Jetzt. Das Sich-Einlassen auf den Moment. Den Menschen mit größter Offenheit zu begegnen und sie zu zeigen, wie sie sind. Also: Wer ist Berlin?
Berlin zeigt sein Gesicht in einer Interviewreihe. Einmal pro Woche werden vom Autor Interviews hochgeladen, die im Laufe der Woche entstanden sind. Menschen, die entschieden für ihre Sache leben, welche auch immer, werden von Sven Vollbrecht zum Interview eingeladen. Eines verbindet sie alle: Sie leben in Berlin.
Es sind die wesentlichen Fragen des Lebens, die den Autor für sein Berlin-Porträt interessieren: Was hat die Menschen zu dem, was sie machen, bewegt? Welche Frage stellt sich in ihrem Leben immer wieder? Und wie reagieren Familie und Freunde auf ihre Entscheidung?
Es geht um das Hier und Jetzt. Das Sich-Einlassen auf den Moment. Den Menschen mit größter Offenheit zu begegnen und sie zu zeigen, wie sie sind. Also: Wer ist Berlin?
Montag, 24. Oktober 2011
Großstadt und Tierliebe
Ich würde mich als tierlieben Menschen bezeichnen, wobei sich diese Liebe
aber eigentlich auf Säugetiere beschränkt und vielleicht noch auf Vögel.
Fische, Insekten und ähnliches mag ich noch so gerne, was wohl an der
mangelnden Interaktionsfähigkeit dieser Lebewesen mit Menschen liegt.
Meine Favoriten sind definitiv Hunde und Katzen.
Da würde es ja nahe liegen, dass ich mir ein kleines Hündchen oder Kätzchen für zuhause zulege, vor allem um die tierlose Kindheit aufzuarbeiten. lol.
Und ja, ich war schon oft kurz davor ins nächste Tierheim zu fahren, um einen Vierbeiner aus der "Schutzhaft" zu befreien. Doch meine Bequemlichkeit hielt mich doch dann immer wieder von diesem Vorhaben ab: Keine Lust auf Gassi bei Wind und Wetter, unvorhersehbare Arztkosten etc.
Das hört sich wirklich sehr bequem an, ich weiß. Aber diese von der Faulheit bestimmten Gegenargumente sind letztendlich nicht die maßgebenden Gründe für die Entscheidung gegen ein Haustier.
Irgendwie bin ich ein kleiner Tierschützer, auch wenn ich für mein Leben gerne Fleisch esse. Ich finde es einfach fragwürdig, Tiere in der Wohnung zu halten.
Kein Tierhalter kann mir begründen, wie die Haltung eines rund 60 Kilo schweren Hundes insbesondere in der Großstadt artgerecht ausgeführt werden kann. Ich habe noch nie gesehen, dass diese sich in freier Wildbahn hausähnliche Gebilde bauen und diese nur maximal dreimal am Tag verlassen. Mit in Käfigen gefangenen Vögeln oder in Aquarien herumirrenden Fischen will ich gar nicht erst anfangen.
Aber die schlimmste gesellschaftlich vollkommen akzeptierte Form der Tierquälerei ist für mich der Reitsport. Von klein auf werden im speziellen Mädchen mit Hilfe von Zeitschriften, Kalendern oder Zeichentrickserien darauf getrimmt, dass das Glück der Welt auf dem Rücken der Pferde liege, womit darunter das Elend der Tierwelt liegen muss.
Nur durch langes Training und unzählige Disziplinarmaßnahmen ist es Menschen überhaupt möglich, länger als drei Sekunden auf einem Pferd zu sitzen. Und trotzdem werden Pferdehalter, die das beste Dressur-Pferd besitzen als grandiose Tierversteher umschrieben. Merkwürdig.
Wahrscheinlich fühlt sich hiermit der ein oder andere persönlich angegriffen, da er selbst einen Hund hat oder gerne hoch zu Ross sitzt. Sicherlich hat man Freude an diesen Hobbies, doch wie groß ist letztendlich die Freude des Tieres?
Tiere sind sehr wichtige Protagonisten unseres Lebens, aber man sollte sie nicht in diese Rolle reinzwängen.
Als Reaktion darauf sollten natürlich nicht alle Heimtiere getötet werden oder Rennpferde auf der
Schlachtbank landen. Doch die Industrialisierung der Züchtung sollte enorm eingeschränkt werden.
...Ein kleiner, nicht besonders ausführlich reflektierter Gedanke.
Meine Favoriten sind definitiv Hunde und Katzen.
Da würde es ja nahe liegen, dass ich mir ein kleines Hündchen oder Kätzchen für zuhause zulege, vor allem um die tierlose Kindheit aufzuarbeiten. lol.
Und ja, ich war schon oft kurz davor ins nächste Tierheim zu fahren, um einen Vierbeiner aus der "Schutzhaft" zu befreien. Doch meine Bequemlichkeit hielt mich doch dann immer wieder von diesem Vorhaben ab: Keine Lust auf Gassi bei Wind und Wetter, unvorhersehbare Arztkosten etc.
Das hört sich wirklich sehr bequem an, ich weiß. Aber diese von der Faulheit bestimmten Gegenargumente sind letztendlich nicht die maßgebenden Gründe für die Entscheidung gegen ein Haustier.
Irgendwie bin ich ein kleiner Tierschützer, auch wenn ich für mein Leben gerne Fleisch esse. Ich finde es einfach fragwürdig, Tiere in der Wohnung zu halten.
Kein Tierhalter kann mir begründen, wie die Haltung eines rund 60 Kilo schweren Hundes insbesondere in der Großstadt artgerecht ausgeführt werden kann. Ich habe noch nie gesehen, dass diese sich in freier Wildbahn hausähnliche Gebilde bauen und diese nur maximal dreimal am Tag verlassen. Mit in Käfigen gefangenen Vögeln oder in Aquarien herumirrenden Fischen will ich gar nicht erst anfangen.
Aber die schlimmste gesellschaftlich vollkommen akzeptierte Form der Tierquälerei ist für mich der Reitsport. Von klein auf werden im speziellen Mädchen mit Hilfe von Zeitschriften, Kalendern oder Zeichentrickserien darauf getrimmt, dass das Glück der Welt auf dem Rücken der Pferde liege, womit darunter das Elend der Tierwelt liegen muss.
Nur durch langes Training und unzählige Disziplinarmaßnahmen ist es Menschen überhaupt möglich, länger als drei Sekunden auf einem Pferd zu sitzen. Und trotzdem werden Pferdehalter, die das beste Dressur-Pferd besitzen als grandiose Tierversteher umschrieben. Merkwürdig.
Wahrscheinlich fühlt sich hiermit der ein oder andere persönlich angegriffen, da er selbst einen Hund hat oder gerne hoch zu Ross sitzt. Sicherlich hat man Freude an diesen Hobbies, doch wie groß ist letztendlich die Freude des Tieres?
Tiere sind sehr wichtige Protagonisten unseres Lebens, aber man sollte sie nicht in diese Rolle reinzwängen.
Als Reaktion darauf sollten natürlich nicht alle Heimtiere getötet werden oder Rennpferde auf der
Schlachtbank landen. Doch die Industrialisierung der Züchtung sollte enorm eingeschränkt werden.
...Ein kleiner, nicht besonders ausführlich reflektierter Gedanke.
Donnerstag, 1. September 2011
Wahlkampf und Liebe
In wenigen Wochen ist es wieder an der Zeit, einen neuen regierenden
Bürgermeister zu wählen.
Wie schnell doch fünf Jahre vergehen...
Während ich darüber grübelte, wen ich wohl wählen soll und ob überhaupt,
fiel mir auf, dass der Wahlkampf-Klamauk auch einiges mit einer Liebesbeziehung
gemeinsam hat.
Auf den unzähligen Plakaten, Aufstellern, Stickern, Flyern etc. wird einem
ja so viel versprochen und Hoffnung auf eine schöne neue Welt
gemacht...irgendwie genauso verhalten sich auch potentielle Ex-FreundInnen wenn
sie merken, dass sie auf der Abschussliste stehen:
A: "Es tut mir so leid, wie ich dich bisher behandelt habe. Ich
werde jetzt aber alles anders machen. Versprochen!"
B: "Aber das hast du mir doch vor unserer letzten Trennung doch auch
schon versprochen?! Und was ist passiert?! Nichts!"
A: "Aber in deiner Beziehung danach ist's ja anscheinend auch nich
viel besser gelaufen."
B: "Da haste Recht. Ihr seid halt alle irgendwie Labertaschen. Ihr
versprecht das Unmögliche, in dem ihr vorgebt, die Sterne vom Himmel holen zu
können. Doch sobald ich ne neue Chance vergebe, fallt ihr wieder in eure alten
Muster zurück. Dann zeigt ihr euch nur noch mit mir, wenn's euch auch 'was
bringt, in der übrigen Zeit hängt ihr dann aber nur mit arschpudernden Kumpels
und gehirnamputierten Kollegen ab."
A: "Aber ich hab doch auch so viel Stress: Ich muss dich, meinen Job
und meine Freunde irgendwie unter einen Hut bekommen..."
B: "Versteh ich ja. Aber du musst mich doch nich anlügen. Spätestens
nach 100 Tagen merk ich doch eh wieder, dass Du nur Müll quatschst."
A: "Und jetzt?"
B: "Keine Ahnung. Ganz Enthaltsam will und kann ich ja auch nich
leben, Aber es ist mal an der Zeit für nen radikalen Bruch. Der konventionelle
Weg scheint ja keinen besonderen Fortschritt zu bringen. Ich mag deine Sprüche,
es ist bloß traurig, dass sie sich meistens in Lügen verwandeln. Vielleicht bin
ich dir auch nich wichtig genug. Ich brauch wohl erst einmal n bisschen Abstand
und schau mich mal nach neuen Beziehungsformen um. So kann es für mich und
meine LeidensgenossInnen, die Tag für Tag dasselbe wie ich durchmachen nicht
mehr weitergehen. Also ruf mich nicht mehr an, schreib mir nicht und auf dein
falsches Lächeln kann ich erst recht verzichten! Ich bin ja nur einer von
Millionen. pah. Wenn du irgendwann einmal verstanden hast worum es eigentlich
geht, dann kannste dich wieder melden!"
Dies ist kein Aufruf zum Wahlboykott! Aber jetzt wieder Politikern für fünf
Jahre ein gesichertes, steuerfreies Einkommen zu schenken, die nichts bewegen
wollen oder können, sollte doch vorab gut überlegt sein.
Von der Politik/Lobby kommt seit Jahren schon nichts mehr erhaltenswertes
bei uns an. Letztendlich leben wir in einer Do-It-Yourself-Gesellschaft, in der
nur der etwas bewirkt, der auch selbst zur Tat schreitet. Da reicht es schon
lange nicht mehr, nur zwei Kreuze auf nem Stück Papier zu machen!
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Berlin Wahlen,
Kurzgeschichten,
Politik
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